Hotel Fischbach Tagungsraum Bodensee

Herkunft & Partner

Biohöfe am Bodensee. Warum gute Küche auf guten Böden beginnt.

Wo unsere Gemüsekörbe gepackt werden

Tomaten, Gurken, Mangold, Rote Bete, Kohlrabi, Lauch, Salate – durch nahezu jede Saison trägt uns Bio-Mayer Gemüsebau in Meckenbeuren. Der Betrieb arbeitet zu hundert Prozent ökologisch, mit einer Sortentiefe, die uns immer wieder neue Anker gibt. Wenn wir nach besonderen Erbsen, einem ungewöhnlichen Kürbis oder selten gewordenen Wurzelgemüsen fragen, ist das oft der Anfang eines Gesprächs, nicht eines Bestellvorgangs.

Brokkoli, Lauch, Wurzelgemüse, Kürbis, im späten Jahr Wintergemüse – diese Spalte unserer Karte gehört dem Hofgut Rengoldshausen oberhalb von Überlingen. Seit 1932 biodynamisch bewirtschaftet, ist Rengoldshausen einer der ältesten Demeter-Höfe Europas. Wir arbeiten dort vor allem mit der Gärtnerei. Wenn anderswo am Bodensee die Karten dünner werden, beginnt hier oft die spannendste Phase.

Eine eigene Rolle spielt der Demeter-Gärtnerhof von Ulrike Wölfle-Decker in Bodnegg. Tomaten, Salate, Wurzelgemüse, Kräuter – wer die dort angebaute Sortenvielfalt einmal gesehen hat, versteht, warum eine Sommerkarte mehr leistet als nur "Tomate". Es geht um Reife, Säure, Fruchtgewicht, Hautstruktur. Diese Sortenkenntnis fließt direkt in unsere vegetarischen Hauptgänge.

 

Käse, Eier, Milch

Käse, Quark und Rohmilchprodukte tragen über das Jahr hinweg unsere Vorspeisen, Ravioli, Knödel und Käsegänge – sie kommen aus der Hofgemeinschaft Heggelbach in Herdwangen-Schönach. Seit über drei Jahrzehnten Demeter-zertifiziert, produziert die Hofkäserei aus eigener Hofmilch. Bioland-Bergkäse, Emmentaler und Fassbutter ergänzen das Frühstück und die Käsegänge – diese Linie bezieht die Käserei Bauhofer in Bodnegg.

Eier kommen vom Helchenhof in Überlingen-Bonndorf und vom Hofgut Brachenreuthe. Brachenreuthe bewirtschaftet seinen Hühnerbestand mit Mobilställen und einer Bruderhahn-Initiative – ein Beispiel dafür, dass Tierwohl mehr ist als Auslauf.

 

Was sich in der Küche dadurch verändert

Eine Küche, die mit solchen Höfen arbeitet, schmeckt anders. Sie ist weniger standardisiert, dafür konkreter. Eine Tomatensorte trägt einen Namen. Ein Käse trägt eine Reifung. Ein Ei trägt einen Hof. Das macht Gerichte nicht komplizierter, sondern durchdachter. Wenn ein Spargel mit Schinken vom Schwäbisch-Hällischen Landschwein auf den Tisch kommt, treffen Saisonprodukt und Arche-Rasse aufeinander – und das hört man im ersten Bissen.

Die Konsequenz ist, dass die Karte beweglich bleibt. Wenn der Lauch in Rengoldshausen noch nicht so weit ist, kommt ein anderes Gemüse zum Zug. Wenn in einer der Käsereien gerade etwas Besonderes in der Reifung ist, schreiben wir es ein. Wenn eine alte Erbse plötzlich verfügbar wird, findet sie ihren Platz. Diese Beweglichkeit ist kein Mangel. Sie ist ein Stilmittel.

 

 

Warum Bio mehr ist als ein Etikett - aber nicht die einzige Antwort

Bio allein beantwortet nicht jede Frage. Auch ein Bio-Produkt muss geschmacklich überzeugen, zur Küche passen und sinnvoll verfügbar sein. Aber Bio – und insbesondere Demeter – ist ein wichtiger Anfang, weil Landwirtschaft dort anders gedacht wird: weniger anonym, stärker am Boden, an Kreisläufen, an Tierhaltung, an Sortenpflege und an langfristiger Verantwortung orientiert.

Wenn ein Hof seit Generationen biodynamisch arbeitet, wirkt das auf den Geschmack zurück. Es entsteht Tiefe – im Boden, in der Frucht, im Käse, im Brot. Diese Tiefe ist es, die unsere Gäste oft beschreiben, ohne sie benennen zu können. Es ist nicht der Bio-Stempel. Es ist das, was unter dem Bio-Stempel an Arbeit liegt.

Genauso ehrlich bleiben wir, wo Bio nicht der entscheidende Maßstab ist. Bei Wild geht es um Wildbrethygiene, dokumentierte Herkunft und Saison. Bei Bodenseefisch um Fanggebiet und Vermarktungskette. Bei Streuobst um Sortenpflege und Verwertung. Wer "Bio" zur einzigen Antwort macht, beantwortet nur eine Teilfrage.

 

 

FAQ Biohöfe

Mit welchen Biohöfen arbeitet die Speiserei im Maier besonders eng?

Zentrale Partner sind Bio-Mayer Gemüsebau in Meckenbeuren, das Hofgut Rengoldshausen in Überlingen, der Demeter-Gärtnerhof Wölfle-Decker in Bodnegg, die Hofgemeinschaft Heggelbach in Herdwangen-Schönach, die Käserei Bauhofer in Bodnegg, der Helchenhof in Überlingen-Bonndorf und das Hofgut Brachenreuthe.

Nein, und das wäre nicht ehrlich. Wir kommunizieren Bio, Bioland und Demeter immer produktbezogen. Wo bestimmte Produkte nicht aus zertifizierter Bio-Landwirtschaft sinnvoll verfügbar sind, achten wir auf andere belastbare Qualitätssignale – etwa Wildbrethygiene, dokumentierte Fangkette oder handwerkliche Verarbeitung.

Demeter ist die Bezeichnung für biodynamisch wirtschaftende Höfe. Demeter geht über die EU-Bio-Vorgaben hinaus und arbeitet mit dem Hof als Organismus, mit Kreisläufen, eigener Saatgutpflege und biodynamischen Präparaten. Höfe wie Rengoldshausen, Heggelbach oder Wölfle-Decker stehen dafür beispielhaft.

Weil wir mit Höfen arbeiten, die saisonal und im Freiland anbauen. Wenn etwas nicht da ist, ersetzen wir es nicht durch Importware, sondern durch das, was gerade reif ist. Genau das macht eine Karte spannender, nicht ärmer.

Viele unserer Partner haben Hofläden, Veranstaltungstage oder Direktvertrieb. Sprechen Sie unser Team in der Speiserei oder an der Rezeption gerne an – wir geben gerne Empfehlungen.

Unsere regionalen Partner. Warum Regionalität ein Beziehungsmodell ist.

Direkt vor der Tür

Brot ist die unsichtbare Basis eines guten Frühstücks – und das beste Argument gegen Beliebigkeit auf dem Tisch. Unseres kommt von der Backstube Kloos in Friedrichshafen, einem Familienbetrieb mit handwerklichem Profil. Frühstücksbrot, Brote für die Käsegänge und das Brot zur Speiserei-Karte tragen seine Handschrift.

Botanicals, Gins und Brände prägen unsere Bar, Signature-Drinks und Digestifs – sie kommen von der Organic Distillery wenige Straßen weiter, einer der spannendsten Bio-Brennereien der Region. Den Honig liefert die Imkerei Blinkabelle, deren Bienen unter anderem auf dem Grundstück des Seegut Zeppelin stehen, was diese Lieferung zu einer leisen Geschichte zwischen unseren beiden Häusern macht. Hofprodukte und Milchkompetenz haben wir mit dem Riedlehof in unmittelbarer Nähe.

Reh, Hirsch und Wildschwein aus regionalen Revieren – mit dokumentierter Wildbrethygiene und mengenbegrenzter Saisonalität – gehen über die Jagdgemeinschaft Riedheim in Markdorf in unsere Karte ein. Wagyu beziehen wir aus Friedrichshafen vom Hof Büchele.

Streuobst, Beeren, alte Sorten

Eine eigene Rolle hat die Stahringer Streuobstmosterei in Radolfzell. Was vielen Gästen wie ein Saft- oder Verjus-Lieferant erscheint, ist für uns Mitentwickler. Unser Apfel-Verjus ist aus einer gemeinsamen Idee entstanden – aus der Frage, was sich aus Bodensee-Streuobst machen lässt, wenn man es ernst nimmt. Auch das Birnoh und unsere alkoholfreien Streuobstbegleitungen haben dort ihren Ursprung. Solche Kooperationen sind selten und kostbar; sie zeigen, dass eine Küche auch Auftraggeber sein kann, nicht nur Abnehmer.

Obst, Säfte und gelegentlich Sorten, die nicht im Standardregal stehen, kommen vom Obsthof Fahr in Friedrichshafen. So haben Johanninüsse ihren Weg auf unsere Karte gefunden – die unreifen, im Juni geernteten Walnüsse, die wir zu eingelegten schwarzen Nüssen verarbeiten. Aprikosen, Pfirsiche und Kürbiskernöl steuert der Obsthof Georg Arnold bei, Erdbeeren und Beeren der Pfleghaars Beerenhof in Markdorf. Den Bodenseeobst-Reigen ergänzen weitere kleinere Höfe, darunter der Obsthof Bruno Brugger.

Kürbis, Artischocken und Cidre prägen unsere Herbst- und Winterkarte – sie kommen vom Stotz Hof in Markdorf, der eigene Hofprodukte entwickelt. Spargel im Frühjahr von Spargelbauer Landerer in Meckenbeuren und vom Spargelhof Tettnang.

Bodensee, Linzgau, Oberschwaben, Allgäu

Bodenseefisch in unserer Küche kommt aus mehreren Händen. Fangfrischer und geräucherter Fisch zwischen Frühling und Herbst stammt von Liebsch & Koops in Überlingen-Andelshofen, einem unserer wichtigsten Direktfischer. Räucherfischlinie und Hagnauer Saibling tragen die Fischveredelung Martin Meichle in Hagnau, die Bodenseefischerei Sascha Kessler in Meersburg und der Fischmarkt E. Koch auf der Insel Reichenau. Wer Bodenseefisch ernst nimmt, denkt in Saison, Fanggebiet und Vermarktungskette – nicht in beliebiger Verfügbarkeit.

Bioland-Rind, LandRind und Wurstprodukte aus dem regionalen Tierwohlsystem kommen von Buchmann in Grünkraut. Geflügel liefert Gut Neuhof in Überlingen-Bambergen aus eigener Aufzucht mit BTS-Haltung, gentechnikfreier Fütterung und Hofschlachtung; eine zweite Geflügellinie kommt vom Hof Hutt. Lamm aus Merino-Landschafhaltung im Deggenhausertal stammt von der Schäferei Gulde in Salem. Fairfleisch in Radolfzell ist Schlachthof und Fleischlieferant zugleich – kurze Transportwege, schonende Schlachtung, Tierwohl in der ganzen Kette. Über Speicher 16 erreichen uns weitere ausgewählte Fleischzuschnitte und hochwertige Öle, die unsere Küche bewusst kuratiert.

Beim Käse ergänzen Goiskäs de luxe in Lindau (Ziegen-Rohmilchkäse) und die Käserei Natürlich vom Höchsten im Deggenhausertal die Demeter- und Bioland-Linien aus den Biohöfen. Eis und Sorbets aus Bio-Rohstoffen liefert Yammi aus Überlingen – sie haben in Dessert, À la carte und Bankett ihren festen Platz. Eine moderne Fermentation für Umami und Tiefe in der regionalen Küche kommt vom Schwarzwald Miso in Geisingen. Bei den Getränken Brauerei Härle in Leutkirch, Meckatzer Löwenbräu in Heimenkirch, Brauerei Leibinger in Ravensburg und das Hopfengut No20 in Tettnang. Brände und Spezialitäten ergänzen Steinhauser in Kressbronn und Brennlust in Stockach.

Angerichtetes Gericht aus der Küche der Speiserei im Maier im Hotel Maier am Bodensee

Bewusste Nicht-Regionalität

Es gibt Produkte, die nicht aus der Region kommen können – und die wir trotzdem brauchen. Kaffee, Kakao, Vanille, bestimmte Spezialitäten. Hier kommunizieren wir nicht über Distanz, sondern über Lieferkette. Unser Kaffee wird in Lindau geröstet – die Bohnen kommen aus dokumentierter Direktimport-Lieferkette der dortigen Kaffeespezialitäten-Rösterei, der regionale Anteil liegt im Handwerk der Röstung. Die Vanille beziehen wir über die Vanillekiste mit dokumentierter Direktimport-Lieferkette.

Das ist keine Schwäche, sondern Genauigkeit. Wer behauptet, alles sei regional, sagt nicht die Wahrheit. Wer offen erklärt, wo Regionalität endet und faire, transparente Lieferketten beginnen, sagt sie.

Küchenchef Philipp Heid in der Speiserei im Hotel Maier Friedrichshafen-Fischbach – Slow Food Chef Alliance

Was diese Netzwerke beweisen

Damit man uns das nicht einfach glauben muss, prüfen mehrere Initiativen unsere Arbeit auf ihre Weise. Gutes vom See verlangt einen Erzeugerradius von 40 Kilometern um den Bodensee und prüft seine Mitglieder jährlich. LandZunge verbindet Bodensee, Oberschwaben und Allgäu zu einer gemeinsamen Genusslandschaft, in der wir mit dem Hotel Maier gelistet sind. Schmeck den Süden klassifiziert die regionale Verankerung baden-württembergischer Gastronomie in drei Stufen; die Speiserei trägt zwei der drei Löwen. Slow Food ist mit dem Convivium Bodensee, der Chef Alliance unseres Küchendirektors Philipp Heid und der Genussführer-Listung der Speiserei dreifach präsent. Als ECHT nachhaltig Bodensee zertifizierter Betrieb stellen wir uns einer Prüfung, die ökologische, soziale und ökonomische Verantwortung des gesamten Hauses umfasst – nicht nur der Küche. Die Auszeichnung als Weinsüden Hotel Baden-Württemberg ergänzt diesen Blick um Wein, Getränke und Gastgeberkultur. Hendrik Fennel ist zudem als Genussbotschafter Baden-Württemberg ausgezeichnet. Eine vollständige Übersicht aller Auszeichnungen und Mitgliedschaften finden Sie unter Auszeichnungen.

Gemeinsam ergeben diese Netzwerke und Auszeichnungen ein Koordinatensystem, das uns hilft, ehrlich zu bleiben. Sie verlangen Belege, keine Behauptungen. Genau deshalb arbeiten wir gerne mit ihnen.

FAQ Regionale Partner

Aus welchen Regionen kommen die Partner der Speiserei?

Der Schwerpunkt liegt rund um den Bodensee, im Linzgau, in Oberschwaben und im Allgäu. Dazu kommen ausgewählte Partner aus Vorarlberg und der Schweiz, etwa beim Wein und bei einzelnen Spezialitäten.

Wir sind im Slow Food Genussführer gelistet und über unseren Küchendirektor Philipp Heid in der Slow Food Chef Alliance vertreten. Wir gehören zu Gutes vom See, sind bei LandZunge gelistet und tragen bei Schmeck den Süden zwei der drei Löwen. Als ECHT nachhaltig Bodensee zertifizierter Betrieb stellen wir uns einer betriebsweiten Prüfung. Hinzu kommt die Auszeichnung als Weinsüden Hotel Baden-Württemberg. Hendrik Fennel ist Genussbotschafter Baden-Württemberg.

Bodenseefisch unterliegt Saison, Fanggebiet und Regulierung. Wir versprechen daher nicht jede Fischart jederzeit, sondern arbeiten mit dem, was unsere Fischer aus dem See holen. Felchen, Saibling, Kretzer, Hecht, Wels, Rotauge und Weißfisch kommen je nach Saison auf die Karte.

Selbstverständlich. Die Speiserei im Maier kocht saisonal und regional unter der Leitung von Philipp Heid und stimmt jedes Menü individuell mit Ihnen ab. Vegetarische und vegane Alternativen, Allergien und Unverträglichkeiten berücksichtigen wir selbstverständlich.

Nein, und das soll keine reine Bio-Karte sein. Wir achten auf produktgenaue Bio- oder Bioland-Bezüge dort, wo sie sinnvoll und verfügbar sind. Bei Wild, Fisch oder traditionellen Manufakturen gelten andere Qualitätsmaßstäbe – Wildbrethygiene, dokumentierte Fangkette, Handwerk.

Wir nennen Lieferanten dort, wo das Gericht von dieser Herkunft konkret lebt – etwa Lamm von der Schäferei Gulde, Hagnauer Saibling von Meichle oder Erdbeeren vom Beerenhof Pfleghaar. Der Anspruch ist Transparenz dort, wo sie etwas erzählt.

Aus Gesprächen, nicht aus Briefings. Mit der Stahringer Streuobstmosterei haben wir gemeinsam überlegt, was sich aus Bodensee-Streuobst machen lässt, wenn man es ernst nimmt – daraus ist unser Apfel-Verjus geworden. Solche Kooperationen sind seltener, als man denkt, und für uns besonders wertvoll.

Arche des Geschmacks. Essen, was man erhalten will.

Bodensee-nahe Arche

Eine alte rote Speisezwiebel von der Halbinsel Höri, EU-rechtlich geschützt – die Höri Bülle ist eines der starken Bodensee-Arche-Produkte und ein Beispiel dafür, wie eine kleine Region eine Sorte erhalten kann. Bei uns landet sie als Schaumsuppe, als Chutney zu Roastbeef vom Bodensee-Grasrind, als Begleiter zum Wild oder zum Spitzkohl.

Die Schwabenbohne ist ein zweites bodenseenahes Beispiel: eine alte, regional wieder kultivierte Sorte, die in vegetarischen Hauptgängen, Eintöpfen und Beilagen ihre Tiefe zeigt. Wir beziehen sie über Tatgut in Laimnau, einen Saatguthof mit Schaugarten, der auch an weiteren alten und robusten Sorten arbeitet, die wir saisonal aufgreifen.

Süddeutsche und schwäbische Arche

Die Alblinse, hier auch Alb-Leisa genannt, ist ein drittes Leitprodukt. Sie kommt über die Öko EZG Alb Leisa Lutz Mammel in Lauterach – eine kleine Genossenschaft, die die Alblinse von der Schwäbischen Alb erst wieder kultiviert hat. Auf der Karte taucht sie als Salat, als Hummus, als Suppe und als Begleitung zur Lachsforelle oder zum Bodenseefisch auf.

Echtes Schwäbisch-Hällisches Landschwein ist unser zentrales Arche-Fleisch. Wir verarbeiten es als Bäckchen, Bauch, Kotelett, Schinken, Maultasche – und in unseren Bamberger Tellern. Hinterwälder Rind kommt vom Haslachhof bei Löffingen im Schwarzwald, einem Bioland-Betrieb mit Hinterwälder- und Wagyu-Linie. Das Coburger Fuchsschaf wird saisonal verarbeitet.

Auf der Käseseite gehören Allgäuer Weißlacker und Traditioneller Montafoner Sura Kees zu den Arche-Produkten, mit denen wir gerne arbeiten. Der Allgäuer Weißlacker bringt eine unverwechselbare, salzige Würze auf den Teller, die kein anderer Käse leistet – nicht als Luxusprodukt, sondern als eigenständige Käsetradition des Allgäus. Der Sura Kees ist die Brücke in die Vorarlberger Alpenkäse-Tradition.

Getreide, Mais, Reis - ein eigenes Kapitel

Bei Getreide, Mais und Reis öffnet sich der vielleicht spannendste Bereich der Arche-Welt. Vorarlberger Riebelmais bringt einen alpinen Maistyp zurück auf den Teller, der lange nur noch im Privatanbau lebte – wir kochen ihn als Polenta zu Huhn, Fisch oder Wild. Fränkischer Grünkern erscheint bei vegetarischen Gerichten und in Kombination mit Bodenseekarpfen. Farina Bóna aus dem Tessiner Onsernone-Tal, ein Slow-Food-Presidio aus geröstetem Maismehl, prägt unsere Dessertlinie – als Mousse, Sablé oder Waffelteig. Die Allgäuer-Oberschwäbische Seele in traditioneller Herstellung verarbeiten wir als Crunch zu Sommergerichten oder zur Forelle. Gigante di Vercelli, ein Arche-Reis aus Norditalien, kommt bei Risotto-Gerichten ins Spiel; auch der Bergroggen aus dem Val Müstair – Paun sejel Val Müstair – hat seinen Weg in unsere Küche gefunden.

Alte Obstsorten

Drei alte Obstsorten begleiten uns wiederkehrend. Die Fatschenbrunner Hutzelbirne als Dörrbirne in Früchtebrot, Käse und Dessert. Das Stuttgarter Geißhirtle als Birnensorte in Sorbet, Strudel und Nachspeisen. Die Champagner-Bratbirne, oft in winterlichen Ravioli oder Desserts. Diese Sorten haben überlebt, weil Menschen sie weiterveredelt haben – und sie schmecken bis heute anders als jede industrielle Kreuzung.

Der Bamberger Teller

Eines unserer beliebtesten Beispiele für die Arche-Idee ist der Bamberger Teller. Das Bamberger Convivium pflegt mehrere Arche-Produkte – wir bündeln vier davon auf einem Teller: Bamberger Spitzwirsing, Bamberger Knoblauch (gerne auch als schwarzer Bamberger Knoblauch), Bamberger Rauchbier traditioneller Herstellungsart und Bamberger Hörnla. Dazu Echtes Schwäbisch-Hällisches Landschwein, gerne als Bäckle, ergänzt durch eine kräftige Sauce, die das Rauchbier aufnimmt.

Was hier passiert, ist mehr als ein Gericht. Es ist eine Miniatur dessen, was die Arche-Idee leisten kann: Mehrere schützenswerte Produkte verbinden sich zu einer Geschmacksgeschichte, die ohne sie so nicht existieren würde. Genau deshalb gehört dieser Teller zu unseren stillen Stammgästen auf der Karte – und genau deshalb erzählen wir ihn auch denen, die ihn noch nicht kennen.

Was diese Vielfalt für die Karte bedeutet 

Wer mit so vielen Arche- und Presidio-Produkten arbeitet, bekommt etwas, das eine Standardkarte selten hat: Vielfalt aus innerer Logik. Die Karte trägt nicht zwanzig Variationen desselben Hauptdarstellers, sondern einen Wechsel von Sorten, Zubereitungen und Geschmacksrichtungen, die ohne dieses Netzwerk so nicht möglich wären. Eine Höri Bülle neben einer Schwabenbohne. Ein Schwäbisch-Hällisches Bäckle neben einem Hinterwälder-Cut. Eine Polenta aus Riebelmais neben einem Sablé aus Farina Bóna. Eine Hutzelbirne neben einer Champagner-Bratbirne. Diese Vielfalt ist kein Zufall. Sie ist die Folge eines Filters, der Produkte zulässt, weil sie etwas können – nicht weil sie verfügbar sind.

Warum es mehr Arbeit ist - und sich lohnt

FAQ Arche des Geschmacks

Was ist die Slow Food Arche des Geschmacks – und was sind Presidi?

Die Arche des Geschmacks ist ein internationales Projekt von Slow Food zum Schutz alter Nutztierrassen, Kulturpflanzen, Sorten und überlieferter Zubereitungsarten. International umfasst die Liste mehrere Tausend Passagiere. Slow Food Presidi sind eine zweite, intensivere Schutzform: Erzeugergemeinschaften, die ein bestimmtes Produkt nach festgelegten Standards aktiv weiterführen. Bei uns kommen sowohl Arche-Produkte als auch Presidi-Produkte auf die Karte.

Höri Bülle, Alb-Leisa, Echtes Schwäbisch-Hällisches Landschwein, Hinterwälder Rind, Allgäuer Weißlacker, Vorarlberger Riebelmais, Fränkischer Grünkern, Oberschwäbische Seele, Farina Bóna, Fatschenbrunner Hutzelbirne, Stuttgarter Geißhirtle, Champagner-Bratbirne, Bergroggen aus dem Val Müstair und die Bamberger Arche-Produkte sind wiederkehrende Bestandteile unserer Karte.

Eine Komposition aus vier Bamberger Arche-Produkten – Bamberger Spitzwirsing, Bamberger Knoblauch, Bamberger Rauchbier traditioneller Herstellungsart und Bamberger Hörnla – ergänzt durch Echtes Schwäbisch-Hällisches Landschwein. Ein Teller, der die Arche-Idee in einem Gericht bündelt.

Nein. Eine alte Sorte ist nicht automatisch ein Arche-Passagier. Wir kommunizieren Arche-Status nur dort, wo das Produkt tatsächlich auf der offiziellen Slow-Food-Liste steht. Andere Sorten benennen wir präzise als regionale Spezialität, biodynamisches Saatgut oder alte Hofsorte.

Nein, und das ist Teil der Idee. Die Arche ist international gedacht. Höri Bülle kommt vom Bodensee, Schwäbisch-Hällisches Landschwein aus Hohenlohe, Hinterwälder aus dem Schwarzwald, Riebelmais aus Vorarlberg, Farina Bóna aus dem Tessin, Bergroggen aus dem Val Müstair. Was sie verbindet, ist nicht die Postleitzahl, sondern der Schutzgedanke.

Weil viele Arche-Produkte in kleinen Mengen, mit langen Reifezeiten oder nur in bestimmten Erntefenstern verfügbar sind. Was heute auf der Karte steht, kann in vier Wochen einem anderen Arche-Produkt weichen. Genau das ist der Sinn.

Mehr über unsere Haltung zu Herkunft, Kreisläufen und Verantwortung erfahren Sie unter Nachhaltigkeit & Haltung. Einen Tisch reservieren Sie direkt über die Seite der Speiserei im Maier.

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